Schloss Sanssouci: Das sorglose Schloss von Friedrich II.

Boris Raczynski

Friedrich II. Ließ sich das Schloss Sanssouci für die Sommerfrische errichten, es sollte ihm ein Platz ohne Sorgen sein. Und so bezaubert das Schloss und der riesige Park heute noch.„Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet.“ Die Worte aus dem Mund Friedrich des Großen zeugen von seiner Bescheidenheit. Ohne großen Prunk, dafür mit Disziplin lenkte der König im 18. Jahrhundert die Geschicke Preußens. Seine Wünsche verklärt er auf die eines einfachen Mannes – ohne Sorge zu sein: Sans souci.

1745 und 1747 lässt er auf den Weinbergterrassen in Potsdam das Sommerschloss Sanssouci bauen. Es wird sein Sommersitz und Lieblingsort, ein Refugium, in das er sich in schweren Zeiten allein mit seinen Hunden zurückzieht. Selbst kleine Reparaturen lässt er nur mit Widerwillen durchführen – denn das Schloss ist sein Schloss, und es sollte „nur bei meinem Leben dauern“.

Zum Glück ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung und Sanssouci strahlt noch heute in altem Glanz. Die Räume sind mit all ihren eleganten, stilvollen Ausstattungen original erhalten. Und das gesamte Ensemble, der weitläufige Park mit den anderen Schlossgebäuden wie dem Neuen Palais, den Neuen Kammern, dem Chinesischen Haus, der Orangerie oder dem Schloss Charlottenhof ist schöner und eindrucksvoller als je zuvor.

Der Wunsch von Friedrich II, neben seinen geliebten Windspielen in Sanssouci beerdigt zu werden, ist übrigens erst spät in Erfüllung gegangen. 1991 wurden seine Gebeine überführt. Nun liegt der „Philosoph von Sanssouci“ auf der Terrasse am Weinberg.« Quand je serai là, je serai sans souci. »(Wenn ich dort bin, werde ich ohne Sorge sein) steht auf seiner Grabplatte.

Ab 1745 lässt Friedrich II. in nur zwei Jahren mit seinem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff ein kleines Sommerschloss anlegen. Auch der terrassenförmige Weinberg mit seinen Spalieren und verglasten Nischen entsteht zur selben Zeit. Links und rechts des Schlosses liegen zwei weitere Gebäude: Die Neuen Kammern, die als Gästehaus dienen, und die Bildergalerie mit Gemälden von Rubens, Caravaggio und Tintoretto.

Später lässt Friedrich Wilhelm IV. die beiden Seitenflügel erweitern. Wilhelm I öffnet 1873 das Schloss als Museum – als eines der ersten Schlossmuseen in Deutschland überhaupt. Den Krieg übersteht das Schloss unbeschadet, doch nicht alle der ausgelagerten Kunstwerke und Möbel kehren nach dem Krieg zurück.

Elegante, aber nicht übermäßig prunkvolle Pracht besitzt das Schloss, war es doch als Rückzugsort und Sommerfrische geplant. Anders als das barocke repräsentative Neue Palais am Ende des Parks ist es im leichten, heiteren Geist des Rokoko und mit dem Wunsch nach Intimität gestaltet. So hat das Sommerschloss nur zwölf ebenerdige Räume.

Die gesamte Ensemble mit Schlössern und Park gehört als „herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen und Landschaftsgestaltungen“ zum UNESCO-Welterbe.

Knobelsdorff musste hinnehmen, dass die repräsentative Perspektive von unten auf das Schloss nicht funktioniert, denn Friedrich II. war es wichtiger, einen direkten Zugang auf die Terrasse zu haben, und so dem Wohnen im Grünen ganz nahe zu sein.

Unter den Terrassen liegt ein barocker Garten mit einem großen Brunnen in der Mitte. Preußens bekanntester Gartenkünstler Lenné legt im 19. Jahrhundert den weitläufigen Landschaftsgarten an. Viele weitere entzückende Kleinode schmücken den Park, darunter die Neptungrotte von Knobelsdorff, der Freundschafttempel und die Große Fontäne.

Das Chinesische Haus ist ein verspielter Rokoko-Pavillon mit drei vergoldeten Figuren. Die legendäre Historische Mühle liegt hinter dem Schloss. Einen wunderbaren Blick bieten der Normannische Turm auf dem Ruinenberg und die beiden Belvederes: Das Belvedere auf dem Klausberg und das Belvedere auf dem Pfingstberg.

Als letztes Gebäude in der Parklandschaft lässt Wilhelm IV., der „Romantiker auf dem Thron“ die Orangerie im italienischen Stil errichten. In den Pflanzenhallen überwintern Kübelpflanzen. Den großen Saal zieren Kopien der Werke Raffaels. Italienisch inspiriert sind auch die Römischen Bäder und die Friedenskirche. Charlottenhof ist ein Gemeinschaftswerk von Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné – eine bezaubernde Verschmelzung von Architektur und Gartenkunst.

Einmal im Sommer verwandelt sich der Park in eine riesige Bühne. Klassische Konzerte und Jazzmelodien erklingen dann im nächtlichen Park, der am Ende des Spektakels von einem gigantischen Feuerwerk abgerundet wird.

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Boris Raczynski

Informationen zum Verfasser

Boris Raczynski

Boris ist als der Herausgeber für Redaktion und Konzeption der Gutschein-Zeitung.de verantwortlich. Freizeitpark Gutscheine sind sein Steckenpferd und so durchstöbert er gemeinsam mit dem Team täglich das Internet nach tollen Schnäppchen und Rabatten. Freizeit verbringt er bevorzugt mit der Familie. Hobbys sind wichtiger Bestandteil seines Lebens: Bei Reisen fernab vom Mainstream und in der Natur geht ihm das Herz auf. Zudem beschäftigt sich Boris mit 8-Bit-Konsolen und leitet ein Naturschutzprojekt. Sein Motto: Mist, dass der Tag nur 24 Stunden hat!

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