Bodensee Therme: Wellness-Angebot muss geschlossen werden

Konstanz will Gas sparen und beschließt dazu einen radikalen Schritt.

Bodensee Therme: Wellness-Angebot muss geschlossen werden

Bodensee Therme: Konstanz will Gas sparen und beschließt dazu als eine der ersten Städte Deutschlands einen radikalen Schritt: Therme mitsamt Sauna sollen geschlossen werden, sollte Russland aufgrund des Krieges in der Ukraine weiterhin nicht ausreichend Gas liefern. Badegäste und Saunafans müssen sich auf geschlossene Türen gefasst machen.

Die Meinungen über die Vorentscheidung liegen weit auseinander. Als gesichert kann zumindest davon ausgegangen werden, dass alle Konstanzer auch nach dem Einschnitt schwimmen gehen können. Das neue Schwaketenbad bleibt geöffnet und daran soll auch nicht gerüttelt werden.

Oberbürgermeister Uli Burchardt hält die Option auf eine Schließung der Therme für die richtige Vorgehensweise: „Es gibt keine Stadt in Deutschland, wo es so einfach ist, so eine Entscheidung zu treffen.“ Daher sei es richtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Burchardt sieht sich allerdings einer lebhaften Debatte zu eben diesem Thema ausgesetzt.

Gabriele Weiner vom Jungen Forum zum Beispiel argumentierte, dass es sich um eine Frage der Solidarität zwischen denen handle, die zum Spaß schwitzen und denen, die eventuell bald aus Not frieren müssten. Gisela Kusche von der Freien Grünen Liste meint, „dass man auf Wellness auch mal verzichten kann.“

Alfred Reichle (SPD) ahnt einen „Alleingang“, der den Menschen in Konstanz nichts bringe und doch nur sehr viel Geld koste. Und der frühere Gastronom und Pächter des Konzils, Manfred Hulzl (CDU) befürchtet „für den Tourismus eine fatale Wirkung.“

Hier ist dann auch der Schwachpunkte in der Argumentationzu finden: Bei geschlossenen Bädern laufen viele Kosten weiter und zugleich werden keine Einnahmen erwirtschaftet. Die Stadtwerke mit ihrer Tochter Bädergesellschaft rechnen mit einem Defizit von rund 1,1 Millionen. Woher das Geld kommen soll, ist unklar. Fast allen Konstanzer Kommunalpolitikern wäre es daher wohl lieber gewesen, Land oder Bund hätten eine Regelung zu Thermen, Spaßbädern und Freizeitparks herausgegeben.

Doch im Land von Europa-Park, Badeparadies Titisee und Co. gelingt es offenbar nicht, in Stuttgart eine entsprechende Klärung auch Lasten privater Betreiber herbeizuführen. Burchardt verweist dann auch eher resigniert auf eine Empfehlung des Städtetags, wo man sich gerade mal zur Absenkung der Wasser- und Lufttemperatur durchringen konnte.

In Konstanz dagegen gab es durchaus auch Vertreter einer noch härteren Linie. Einzelne Stimmen aus der Politik fordern die Therme-Schließung sogar ab sofort, unabhängig von der Lage auf dem Gasmarkt und aus Prinzip. Sie berufen sich dabei wie auch der OB auf Verständnis in der Bevölkerung. Doch die Mehrheit des Gemeinderat will nun den Bäder-Chefs die Entscheidung überlassen, wann sie absperren.

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